Feminismus in Japan

Sie kokettierte mit einer Anmut, die eine Europäerin nie erreicht.

(Bernhard Kellermann, Ein Spaziergang in Japan, 1910 https://t1p.de/dpzm)

Feminismus in Japan? Dieser Satz enthält wenig Substanz, denn was in der westlichen Moderne als Feminismus betrachtet wird, das löst sich in der japanischen Realität in Nebel auf (und vielleicht nicht nur hier), wie weiter unten noch zu lesen sein wird. Lassen Sie mich einem Phänomen nachspüren, das sich aus japanischer wie deutscher Sicht anders beurteilen lässt (der Autor dieser Zeilen ist mit einer Japanerin verheiratet). Vorausschicken möchte ich zur Problematik von Missachtung wie Misshandlung des weiblichen Geschlechts, dass sich in Japan zwar Sexismus zeigen kann (was ich früher zum Phänomen Lolita schon erwähnt hatte https://t1p.de/w99p0), doch es weder Sextourismus hierher gibt, noch die Frauen Bedrückungen erleiden müssen, wie sie aus islamisch, katholisch oder ‚traditionell‘ Stammes/Kasten geprägten Weltgegenden bekannt sind.

Grundlegendes sei zur obigen Thematik angemerkt – im Japanischen spielt, anders als in der deutschen Sprache (das ‚Gendern‘ treibt mit der deutschen Grammatik falsche, gar bizarre Spiele), Genus keine Rolle; Mädchen genießen ihre Sexualität in Japan verhältnismäßig frei und früh (age of consent liegt bei 13, was natürlich nur bei altersgerechten Paaren akzeptiert wird); die Ehefrau kontrolliert traditionell die Finanzen der Familie; Homo- oder Transsexualität haben keine offene Unterdrückung oder Gewalt zu fürchten (Sexualität ist – anders als in DE, wo so manche „Prominente“ mit ihrer sexuellen Ausrichtung hausieren gehen – üblicherweise Privatangelegenheit) und das japanische Scheidungsrecht ist relativ fair, z.B. in der Hinsicht, dass auch Frauen, die mit einem anderen Ehemann fremdgehen, im Scheidungsfall eine recht hohe Buße zu zahlen vor Gericht verdonnert werden können oder im Falle, dass die Kinder nach Scheidung beim Vater bleiben, auch die Mutter für die in Japan recht hohen Schul-/Uni-Kosten aufzukommen hat.

Hier wird keine akademische Analyse ausgebreitet, doch was sagen überhaupt wissenschaftliche Untersuchungen zu Erfolgen feministischer Bemühungen? Zusätzlich gefragt: Gibt es denn heutigentags nicht nur mehr Lebenssicherheit in hoch entwickelten, zivilisierten Ländern, sondern zusätzlich mehr Lebensfreude und Glück für Frauen? Sind beispielsweise Feministinnen in Deutschland zuvorderst unter den mit ihrem Leben zufriedenen Frauen zu finden (https://t1p.de/j5orj)? Interessanterweise werden dort politisch festgelegte Frauenquoten oder equal pay day-Preisungen im Bundestag hauptsächlich von Frauen forciert, deren Existenz von steuerfinanzierten Transferleistungen abhängt (manch Lebenslauf: Kreißsaal, Hörsaal, Plenarsaal), die mitunter aufgrund ihrer Geschlechtszugehörigkeit in ihre Positionen kamen und die kaum schlechter gestellt sind als ihre männlichen Kollegen (Kinder- oder Partnerlosigkeit umfassen zusätzlich noch andere Themenbereiche). Chancengleichheit ist im Übrigen nicht Ergebnisgleichheit – etwas, das deutschen ‚Quotenfrauen‘ vielleicht nicht mehr bewusst wird. Wer sich des Auftritts einer jungen ‚Grünen‘ im Bundestag vom März 2022 erinnert, der nicht nur in seinem Tonfall sehr aufdringlich, sondern auch stark durchtränkt war von Populismus, Halbwahrheiten und Ich-Bezogenheit (https://t1p.de/k6odj), muss sich ernstlich fragen, wer für solche Frauen sein demokratisches Votum vergeudet und sich sozusagen mit diesem Fehlgriff an der Zukunft des Landes versündigt. Niemals würde eine japanische Parlamentarierin so auftreten und das nicht etwa aus Schüchternheit, sondern aufgrund guter (Aus-) Bildung und Contenance – vielleicht fällt dies ja, im Gegensatz zu westlicher Hysterie&Apokalyptik, den Menschen in diesem auch von Zen-Buddhismus geprägtem Lande etwas leichter? Wie TIMMS o.a. internationale Bildungsvergleiche nachweisen, hängt im Übrigen schon seit vielen Jahren die japanische (wie auch andere asiatische) Jugend den deutschen Nachwuchs in Puncto Bildung um Längen ab (https://t1p.de/lskux). In Japan käme es wohl kaum jemandem in den Sinn „Feministische Außenpolitik“ (Baerbock) zu betonen, da Politik logischerweise dem Wohle der gesamten Gemeinschaft dienen sollte.

In Deutschland entwickelte sich Feminismus recht stark und medial forciert zu einer durchsetzungsfähigen politischen Bewegung, welche – vergleichbar dem „Klimaschutz“ – die ideologischen Interessen einer doch recht überschaubaren, zumeist aus begütertem Elternhause stammenden, sozialen Gruppe durchzusetzen bestrebt ist (vgl. hierzu Wohlhabende Töchter wie Neubauer, Reemtsma, Rakete).

Der zusätzlich zum Feminismus neu entwickelte Genderismus entspringt wohl eher einer ideologischen Volte, die weder linguistisch, noch logisch begründet werden kann (siehe dazu die brillanten Ausführungen von Bruehlmeier https://t1p.de/uz9wm und Lassahn https://t1p.de/d6851). Trotzdem aber gibt es an Universitäten in DE/AT/CH z.B. fast doppelt so viele Lehrstühle für Frauen- und Geschlechterforschung/Gender Studies als Professuren in Altphilologie (https://t1p.de/usulp) – was sagt uns das über die einstmals so herausragende  Bildung im deutschen Kulturraum? Lassen sich Gender Studies nun überhaupt als wissenschaftliche Disziplin akzeptieren – für mich ist dies eher ein skurriler Nebenzweig der Soziologie – oder entspringen sie nicht vielmehr politischer Mode einer dekadenten Gesellschaft? Deutlich zeigt sich jedenfalls, dass bewusste Abgrenzung in DE besonders durch die o.e. Gender-Sprachzerstörung demonstriert wird mit der expliziten Heraushebung des Femininum, die sprachwissenschaftlich keinerlei Sinn ergibt, da die drei übergeschlechtlichen Genera der deutschen Grammatik mit den zwei naturgeschlechtlichen, biologischen Sexūs nicht vermischt, gar instrumentalisiert werden sollten und mit der Voranstellung des Femininum grammatisch unbegründet eine willkürliche Sonderstellung illustriert.

Auch wenn in JP von politischer Seite manchmal Women’s Power betont wird (https://t1p.de/a1a3b), ist wie bei „Klimaschutz“ oder anderen ‚westlichen‘ Themen zu erkennen, dass dies nur geschieht, weil man halt nun einmal Teil einer politisch ‚westlich‘ ausgerichteten Gemeinschaft wurde, geschäftlich miteinander verbunden bleibt, im großen Ganzen deren Moden kopiert und manchmal halbherzig nach außen hin quasi spazieren führt. Kulturell aber bleibt das belanglos und auch für die Lebensrealität hat dies hier wenig Bedeutung, außer im Umverteilen von Finanzen, und zeitigt nur so spekulative Ergebnisse wie der „Klimaschutz“ selbsternannter ‚Progressivisten‘, der ja auch mit der Klimarealität kaum etwas zu tun hat, sondern offenbar eher neue Wirtschaftsfelder mit staatlich subventionierten Profiten erschließen soll (eigentlich verteilt auch sog. Klimapolitik nur durch staatliche Eingriffe und Vereinbarungen Steuergelder um, erwirtschaftet kaum reale Werte und hat keine nachweislichen Auswirkungen auf Klima).

Frauen wissen m.E. ohnedies recht gut, wie sie zu ihrem Ziele gelangen, doch Japanerinnen können hier nach meiner Überzeugung die Meisterschaft erreichen und sie sehen dazu in ihrer mandeläugigen Attraktivität zumeist auch noch blendend aus (sorry Germans and the rest of the world 😉 Ich meine, dass den Japanerinnen in Ausstrahlung&Attraktivität lediglich israelische Frauen das Wasser reichen können). Wir sollten bei unserer Betrachtung nicht außer Acht lassen, dass zur japanischen Realität das Tragen unterschiedlicher Masken privat wie sozial dazugehört und die Maske einer Feministin erscheint hier so selten und fremd, dass sie kaum Gewicht hat. In der hiesigen Lebenspraxis jedenfalls ist nach meiner Überzeugung Feminismus so irreal wie irrelevant. Ich schreibe hier von meinen Eindrücken und Erfahrungen – Japaner lieben ihre kulturell so einzigartigen Traditionen und auch darum besitzt dieses bezaubernde Land m.E. eine so hohe Lebensqualität, wie ich sie an keinem der Orte je fand, an denen ich bisher längere Zeit verbrachte (auf drei Kontinenten – Europa, Asien, Amerika).

Feminismus stellt sich also meiner Beurteilung nach in Japan als mehr oder weniger sinnfreies Konstrukt heraus, während Feminität hier paradiesisch erscheinen kann. Schon zu anderer Gelegenheit (https://t1p.de/uf19) schwärmte ich von faszinierenden Japanerinnen, die in quasi allen Details des Lebens höchste Qualität präsentieren können. Beurteilen muss das jeder Interessent schon selbst, doch meiner Meinung nach treten sie realiter eher so auf – wer dies einmal medial vergleichen mag – wie in den Darstellungen von Filmemachern wie Itami als so klischeehaft wie in den Historien-Plots bei Kurosawa oder Kitano, die vielleicht einem westlichen Publikum zugeschneidert wurden.

Schönheit, Gesundheit, Gepflegtheit wie Geschmack sind in JP hohe Güter, wie auch ein Sinn für Ästhetik hier – auf für Deutschland unerreichbarem Niveau – sehr hoch entwickelt ist. Nicht nur dieses Land hier, sondern auch seine Frauen sind also ein Faszinosum eigener Kategorie; sie sollten nie unterschätzt werden – unabhängig davon, unter welchem Kostüm oder hinter welcher Maske sie erscheinen – und sie sind sicherlich nicht auf Quoten angewiesen. Natürlich unterliegen die Frauen hier wie die Männer einem erheblichen gesellschaftlichen Druck, den die Existenz eines auf so außergewöhnlich hohem Niveau balancierendem Land abverlangt und so bekam ich dann und wann schon gewisse Leiden und Bedrücktheiten von Leuten mit, die sich verschieden darstellen  – z.B. im Phänomen der Hikikomori ひきこも, die sich total aus der Gesellschaft zurückziehen, allerdings in ihrer Mehrheit maskulin sind (https://t1p.de/xyy2s).

Schlussendlich lassen Sie mich zum Thema Feminismus in Japan also konstatieren, dass er für dieses Land sehr wenig Sinn ergibt, für hiesige Realität kaum Auswirkungen hat und als politisches Konstrukt einiger westlicher Länder eher als eine zu vernachlässigende Mode betrachtet werden sollte. Feminismus hat in Japan so gut wie nichts verloren und wem dieser wichtig ist, sollte sich besser ein anderes Land suchen.

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