Deutsch im Japanischen

Kulturelle Betrachtungen rund um deutsche Lehnwörter.

Die wenigen Begriffe, die als japanische Lehnwörter im Deutschen bekannt sind, wie Karaoke, Karate, Taifun oder Tsunami sind an einer Hand abzuzählen, wie aber sieht es umgekehrt aus? Tatsächlich gibts hunderte deutsche Wörter hier (geschrieben in Katakana カタカナ), die mittlerweile zum japanischen Wortschatz zählen und einige von ihnen werden tagtäglich genutzt wie beispielsweise Arbeit (in JP ist damit gemeint Gelegenheits- und Teilzeitarbeit im Niedriglohnsektor) アルバイト. Doch wie und wann kamen sie nebst deutscher Kultur nach Japan, werden hier verwendet und gepflegt?

Deutsche Sprache, Kultur, Philosophie werden hierzulande recht hoch angesehen und Deutsch ist eines der Wahlfächer für verpflichtende Zweitsprachen an höheren Schulen, obschon Japaner, die viel Zeit mit Übungen zum korrekten Erwerb ihrer eigenen, komplizierten Sprache aufwenden, im Alltag Fremdsprachen ungern nutzen. Ohne Deutschland und seine Komponisten, Philosophen und andere Gelehrte wären hiesige Liebe zur klassischen Musik und Hochachtung vor dem Abendlande wohl kaum so erwacht. Ich erwähne dies aus eigener Erfahrung, denn meine Gemahlin studierte in Sapporo klassische Musik und spielte dort im Orchester (Oboe) – ohne Bach, Beethoven, Brahms oder Händel existierte für meine Mayu keine klassische Musik. Leben möcht‘ ich mein Dasein hier in vielen Aspekten, unter denen vor allem die hiesige Sprache größte Hürden für mich bereithält, bei denen mir auch verschiedene an der Uni studierte Literatursprachen (was man als Altertumswissenschaftler zum Studium antiker Kulturen so braucht wie Akkadisch, Altgriechisch, Altpersisch, Bibel-Hebräisch, Mittelägyptisch) kaum weiterhelfen. Japaner pflegen, konservieren und schützen ihre Sprachkunst – eine von kleinem Kreise, mit allerdings übergroßen medialen Reichweiten sowie eng geknüpften politischen Verbindungen, soziologischer Exoten meiner alten Heimat ausgehende „Sprachzerstörung aus Konzilianz“ (Brühlmeier übers Gendern) die schon vor grammatikalischem Hintergrunde Unfug ist, würde im Japanischen noch weniger Sinn ergeben und hierzulande auch von niemandem akzeptiert.

Dies Land ist nach m.E. nicht einfach, doch erweist sich mir als ein bezaubernder Lebensort – für selbstständige und spezifische Herausforderungen liebende Menschen jedenfalls. ‚Moderne’ Feministinnen oder Klima-Aktivisten könnten in Japan kaum glücklich werden, was meine Liebe zu diesem hinreißenden Eiland fördert. Eben weil es sich hier so anders lebt, als es sich gerade während dieser Epoche in DE offenbart und die kulturelle Kluft zu meiner früheren Heimat mir aus der Ferne immer größer erscheint, kann ich dies genießen. Freilich kann ich dank relativer Unabhängigkeit als Freiberufler hier vieles von dem ignorieren, was angestellte Leute in Japan als nervig und aufreibend empfinden müssen. Alles in allem bietet dieses Land einzigartige Kultur (nebst faszinierenden Frauen), hohes Zivilisationsniveau, betörende Natur und eine anderswo kaum erreichbare Lebensqualität. Durchaus aber erschließt sich auch so manch düsteres Element japanischer Existenz und es erscheinen nicht immer nur Enthusiasmus oder Entspannung, sondern manchmal auch Melancholie und Martyrium.

Als 外人 (Gaijin, Fremder), der niemandem auf’n Senkel geht, nicht missioniert, keinem auf der Tasche liegt, geschweige denn kriminell agiert, kennen mich die Leute hier in unserer Gegend. Sehr angenehm im Miteinander empfinde ich, dass Japaner generell nicht so viel plaudern, wie ich’s anderswo in Asien schon erlebte und verschiedentlich noch vom heimischen Kontinent erinnere. Die Berliner Schwätzer sind ja schon schlimm, doch Spanier oder gar Italiener – Mamma Mia! Dagegen ist dieser Ort hier eine Oase der Stille, denn Japaner bemühen sich zumeist um ausgewogene Sprache – prinzipiell wollen sie wohl einfach in Ruhe gelassen werden, wenn sie nicht in ausgelassener Runde sind, und ich bin gewiss nicht derjenige, der sie darin störte.

Zwielichtige Organisationen wie WWF, Greenpeace, Fridays For Future u.a. haben in JP medial wenig sowie politisch gar nichts zu melden und Aktivisten wie Greta Thunberg ernten hierzulande eher Spott. Zum kulturellen Hintergrunde sei kurz angemerkt, dass dieses bezaubernde Land mit westlichen Maßstäben nicht erfasst werden kann. Religiöse Apokalyptik, wie sie sich einst vom Orient sowie mit dem Christentum bis ins Abendland und global ausbreitete, findet hier in einer von Shinto und Buddhismus geprägten Existenz kaum Anklang. Die abendländische Ideologie des Ökologismus – der ‚heißeste‘ Erlösermythos dieser Pseudoreligion heißt „Klimaschutz“ – gewinnt in diesem fortschrittlichen Lande hier wenige Anhänger, wenn auch im Rahmen der G7 aus politisch-geschäftlichen Gründen sich ein gewisser Opportunismus auszubreiten scheint. Im japanischen Parlament gibt’s zumindest keine „Grüne“ Partei, denn Japaner lieben, pflegen und schützen ihre Umwelt – wobei sie offensichtlich der Prämisse folgen, ihre Umwelt zum Wohle der Einwohner umzugestalten. Freilich hat gerade hier auf diesem Eiland mit seinem diffizil geologischem Untergrunde die Natur gewöhnlich das letzte Wort. In hiesigen Parlamenten sitzen hervorragend gebildete Leute mit sehr guten Studienabschlüssen, reichem Wissensschatz und gutem Beurteilungsvermögen. Auch in JP ist die Verlockung, in der Politik einen staatlich gut besoldeten Posten zu erringen recht groß und Konkurrenz sowie Andrang und Auslese zu diversen politischen Posten sind auf allen Ebenen sehr stark. So gilt also hier (scheinbar anders als in DE) Hochleistung als Voraussetzung für politische Akzeptanz und Zugang zu politischen Posten und Pfründen, wenn auch es in Japan traditionell üblich ist, sich zu bestimmten Klüngeln zusammenzuschließen, von denen Kontrolle, zwielichtiges Agieren und Korruption (siehe Kanryo oder Yakuza) ausgeübt werden. Vergessen wir nicht, dass JP bis in die Meij-Restauration hinein unter jahrhundertelanger Feudalherrschaft stand, mit strikter Kontrolle nach innen und Abschließung nach außen. Trotz politischem Anschluss an den Westen jedenfalls sind Moden wie Ökologismus, Feminismus, geschweige Genderismus, für JP eher bedeutungslos (https://t1p.de/thy4c). Freilich gibts auch diverse Verirrungen beim Verbunde großer Industrienationen im Rahmen der G7, doch „Energiewende“ à la DE? Nicht hierzulande, dazu ist JP technologisch zu weit fortgeschritten, geistig hell genug und die Verantwortlichen sind sich darüber im Klaren, dass das Gedeihen ihrer modernen Gesellschaft von akzeptabler und vor allem funktionierender Energieversorgung abhängt, wozu ganz selbstverständlich auch Kernenergie gehört.

Im heutigen Japan werden deutsche Spitzen-Politiker und -Funktionäre (das schließe ich aus Gesprächen und es wird häufig sichtbar in sozialen Medien) kaum mehr ernst genommen, geschweige denn gemocht, wenn auch die japanische Regierung im Rahmen von G7 mit Bezug auf westliche Moden/Überlegungen gute Miene zum Zwecke profitabler Geschäfte simuliert (mein ich). Wer nun noch vertiefend analysierte, inwiefern Japans Regierung weitaus findiger ihre Zumutungen an die Bevölkerung durchsetzt, beziehungsweise diese ihrerseits solches geschickt umgeht oder ignoriert und Regierungsbeamte mit äußerst niedrigem Wahlinteresse abblitzen lässt, würde diesen Rahmen sprengen.

Das war zu früheren Zeiten etwas anders und hier kommen wir zur Geschichte der deutschen Lehnwörter im Japanischen. Beide Länder beschritten eine Zeit lang ab Ende 19. Jahrhunderts gemeinsame Wege, beziehungsweise orientierte sich das Japan einer fundamentalen Umbruchzeit feudaler Herrschaft hinein in die Moderne unter neuer Herrschaft (Meiji the Great 明治大帝) am Deutschen Reich. Beamte, Lehrer sowie Geschäftsleute wurden nach Japan geschickt, halfen tatkräftig bei der Modernisierung des Landes mit und die Spuren dessen finden sich in den zahlreichen deutschen Lehnwörtern hierzulande. Das japanische Zivilrecht beispielsweise lehnt sich, mit englischen und französischen Einflüssen, mustergültig an das Bürgerliche Gesetzbuch Deutschlands an, das noch unter Bismarck ausgearbeitet worden war.

Eine Beurteilung ihrer kurzen Epoche als militärische Achsenmächte kann man zu der hier erörterten Thematik außer Acht lassen; dies beinhaltet Erinnerungen an eine Zeit schandvoller Herrschaft über ihre Nachbarvölker, der in beiden Ländern in verschiedenster Form gedacht wird (in JP anders, was sich in diesem Rahmen nicht vertiefen lässt) und von sehr vielen fatal mit ihrem katastrophalen Ende im Gedächtnis bleibt. So reiben sich also einige Japaner heute verwundert die Köpfe, warum hohe Repräsentanten aus dem einstigen Land ihrer Vorbilder mit spekulativem Unfug zum Zwecke der „Weltenrettung“ meinen vorausgehen zu müssen. Nachvollziehbar begründen können dies in Puncto „Klimaschutz“ nicht einmal die Deutschen selbst, denn die Ergebnisse ihrer Bemühungen sind offensichtlich rein ökonomisch, liegen vor allem in der Miteröffnung eines neuen Marktes (CO2) mit riesigem Abgreiferpotential für „Grüne“ Profiteure und können in Bezug auf klimatische Veränderungen nur spekulativ mit eigens dazu erstellten Computerprogrammen simuliert werden – mit Klimarealität hat das wenig zu tun, mit dem Niedergang ihrer Wirtschaft allerdings sehr viel.

Reizvoll jedenfalls bleiben japanisch-, deutschsprachige Vergleiche und Annäherungen, die allerdings linguistisch für andere Sprachen wie Koreanisch sehr viel mehr Sinn ergäben. Deutsch ist mit seiner Syntax sowie Semantik für Japaner schwierig zu erlernen und doch ist es eine in JP kulturell hoch geschätzte Sprache, die Lehnwörter aus verschiedensten Lebensbereichen in die hiesige Landessprache hineintrug. Japanisch spricht sich fast ebenso wie man es liest – wer es denn zu lesen gelernt hat, denn zur Verschriftlichung seiner Sprache werden mannigfache Schriftzeichen von chinesischen bis hin zu selbst erstellten genutzt, die miteinander vermengt geschrieben diese ohnehin komplizierte Sprache noch schwieriger lesbar machen. Diese Sprache gilt (vgl. für Europa die ebenfalls mehr oder weniger alleinstehenden Sprachen Baskisch oder Georgisch) als isoliert, also mit kaum nachweislicher Verknüpfung zu anderen Sprachgruppen.

Korrektes Japanisch hat hierzulande hohe Bedeutsamkeit, ist quasi ein kulturelles Heiligtum, und seine Beherrschung  ist eine Voraussetzung für gesellschaftlichen Aufstieg und das Halten von öffentlichen Reden – vgl. hierzu Redebeiträge von verwirrend bis hysterisch im deutschen Parlament oder einfältige Wortmeldungen sowie auch international peinliche Verlautbarungen der kürzlich obersten Beamtin im Auswärtigen Amt Annalena Baerbock. Im großen Unterschied zu DE ist dies offensichtlich auch den zahlreichen Zuwanderern bewusst, die gerne nach Japan zu gelangen wünschen und als ausgebildete Fachkräfte auch willkommen geheißen werden – meist schon mit Arbeitsverträgen vorbereitet und mit grundlegenden Sprachkenntnissen ausgerüstet. Politisches Asyl in Japan zu erhalten ist verhältnismäßig kompliziert, somit selten, und für den Zugang zum Sozialsystem gelten sehr hohe Hürden – eine quasi bedingungslose Einwanderung nach deutschem Muster würde hier, auch in Hinblick auf das deutsche Immigrationsdesaster, nicht akzeptiert und wer sollte dies den Japanern mit ihren sehr hohen Lebensstandards sowie ihrer Bedachtsamkeit zum Erhalt ihrer Kultur verdenken?

Eine momentan in DE von einer lautstarken Minderheit forcierte Sprachmode wie Gendern würde aufgrund verschiedener, vor allem grammatisch logischer, Aspekte in JP nicht stattfinden. Zum Studium ihres isolierten Idioms (zudem existieren zwischen Okinawa und Hokkaido verschiedenste Dialekte und Volkssprachen) benötigen Japaner viel Zeit sowie Energie und selbst gute Studenten scheitern manchmal an den Sprachprüfungen zum Eintritt in herausragende staatliche Universitäten ihres Landes. Geschrieben werden nicht nur die Anfang des 1. Jahrtausends n. Chr. von der damals ringsum führenden Kulturnation China übernommenen Schriftzeichen Kanji 漢字, die teils unterschiedlichen Lautwert und Aussprache haben, sondern außerdem noch Hiragana ひらがな (46 Grundzeichen) – Chinesen und Japaner, deren Sprachen nicht verwandt sind, lesen jeweils anders nach Laut- oder Bedeutungswert. Es gibt übrigens tausende Kanji, wie viel genau weiß kaum ein Japaner zu sagen, doch die Kenntnis ab ca. 5000 davon soll hinreichend für den Alltag sein. Nahezu alle japanischen Wörter können in Hiragana geschrieben werden und warum nun im Unterschied zu Korea, wo es eine eigens für diese Sprache im 15. Jahrhundert (dem Vernehmen nach von König Sejong persönlich) entwickelte und exklusiv genutzte Buchstabenschrift gibt, ihre kompliziert vermischte Schriftform in Japan genutzt wird, ist eine weitreichende Fragestellung sowohl für Linguisten als auch für Kulturanthropologen. Dazu nur: Japanisch ist sehr eigen und gebildete Japaner erklärten mir, dass die Hiragana nur den Lautwert der Silben ausdrücken; da nun unterschiedliche Kanji die gleichen Hiragana nutzen (können), aber verschiedenes ausdrücken und bedeuten, sollten also zum besseren Verständnis besser die Kanji (mit)geschrieben werden, damit der Leser gleich sieht, welche Begriffe genau gemeint sind. So spart also diese vermischte Schreibweise dem gebildeten Japaner Lesezeit und treibt den ungeübten Leser (mich also z.B.) in die Verzweiflung. Daneben gibt es noch o.e. Katakana-Schriftzeichen (auch 46 Grundzeichen, die miteinander kombiniert – vgl. andere Silbenschriften wie Sanskrit oder Altpersisch – noch einmal mehr als doppelt so viele sind), mit denen grundsätzlich Fremd- und Lehnwörter geschrieben werden, sowie dazu noch Rōmaji ローマ字, also die Romanisierung/Latinisierung japanischer Schriftzeichen wie es z.B. bei Ortsschildern oder bekannten Plätzen üblich wurde.  

Japaner sprechen grundsätzlich nur Japanisch – nicht, dass sie andere Sprachen nicht mögen, doch wenn sie sich darin unsicher fühlen, vermeiden sie diese lieber – doch freuen sich, falls dich denn schon mal jemand zum Beispiel auf Englisch anspricht, wenn man ihnen dann in dieser Fremdsprache auch antwortet. Tatsächlich verbringen sie selbst ja aus den o.e. Gründen so viel Zeit mit Studium sowie Pflege ihrer Muttersprache, dass vielen kaum Raum dazu bleibt, um zusätzlich eine Fremdsprache zu erlernen.

Deutsch, das gern aus kulturell romantischer Zuneigung von einigen Studenten als Unterrichtsfach belegt wird, ist nun für sie noch etwas schwieriger zu erlernen als Englisch (gibt’s ab mindestens Highschool), das sich inzwischen ja auch als Wirtschafts- und Wissenschaftssprache international durchsetzte, bei Musikhits mitgesungen wird und von vielen hoch gebildeten Japanern praktischerweise mehr genutzt wird, aber nur dann, wenn es wirklich Not tut. Schlussendlich kann ich Deutsch hier nur reden mit Leuten, die in DE lebten oder beruflich deutsche Kommunikation pflegen, d.h. in der Realität so gut wie nie. Englische Konversation ist zwar mit mehr Leuten möglich, aber prinzipiell eher in Großstädten.

Deutschland und deutsche Sprache sowie Philosophie (wie diese z.B. durch Kuki Shūzō Eintritt in die gehobenen Kreise erlangte, siehe hier https://t1p.de/o201) haben in Japan einen guten Ruf. Es existiert sogar eine japanische Gesamtausgabe von Heideggers Schriften (ハイデッガー全集, Haideggā zenshū), die nach meiner Erfahrung selbst für Deutsche in ihrer Muttersprache schwierig zu lesen und zu verstehen sind – Heidegger selbst hatte mal erwähnt, dass Deutsch neben dem klassischen Griechisch eine der wichtigsten philosophischen Sprachen sei und Japaner philosophieren auf ihre ganz eigene Art gerne. Deutsche klassische Musik erfährt hierzulande Hochachtung und viele japanische Musiker spielen in deutschen Orchestern. Yasunaga Toru beispielsweise, ein virtuoser Violinen-Maestro, war 26 Jahre bei den Berliner Philharmonikern, wurde gar Konzertmeister dieses Orchesters schon unter Karajan und prägte maßgeblich den musikalischen Stil so mancher Aufführung. Beethovens Neunte Sinfonie (Daiku, zur asiatischen Uraufführung dieser Sinfonie in Bando/Naruto hier: https://t1p.de/94m2x) wird regelmäßig zum Jahresende zahlreich aufgeführt und in jeder Silvesternacht im wichtigsten Fernsehkanal (NHK) ausgestrahlt. Davor schon kamen deutsches Staatsrecht, Medizin, Physik, Philosophie u.v.m. in der Meiji-Periode nach der im 19. Jahrhundert erzwungenen Öffnung des Landes mit eben dazu herbeigerufenen Spezialisten hierher. Bartes-Ishikawa schreibt dazu (https://t1p.de/d2n14):

„Die Meiji-Regierung unterzog das globale Angebot einer Begutachtung, und ganz wie in einer Marktwirtschaft traten die von der Iwakura-Mission besuchten Länder in einen Wettbewerb, da sie erkannten, dass Übereinstimmungen z. B. im politischen System oder im Rechtssystem die bilateralen Beziehungen und den Handel vereinfachen würden. Gegen Ende ihrer Reise besuchte die Iwakura-Mission am 15. März 1873 Bismarck in Berlin. Dieser legte seinen japanischen Gästen sehr plausibel dar, wie ähnlich die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse ihrer Länder seien. Beide Nationen seien spät aus der Vereinigung vieler Fürstentümer hervorgegangen und legten besonderes Gewicht auf ihre Selbständigkeit. […] Ottmar von Mohl (1904):

 ‚Die japanische Regierung begann nunmehr, deutsche Gelehrte, Beamte und Offiziere als geeignetere Lehrmeister anzusehen, als die amerikanischen, englischen und französischen Berater. Sie wandten sich daher an ihren Gesandten Aoki in Berlin oder an den deutschen Gesandten in Tokyo, um für viele Zweige des öffentlichen Lebens geeignete Kräfte zu gewinnen.’“

So kam also viel abendländische Bildung über deutsche Vermittlung aus dem Westen nach Japan hinein und bis heute hochschätzen viele Japaner Klang sowie Schrift deutschsprachiger Worte und auch ich erfreue mich manchmal daran, mich möglichst Deutsch geben zu können.

Hier noch eine kleine Auswahl an Lehnwörtern, die man hierzulande hören oder lesen kann:

Allergie アレルギー

Arbeit アルバイト

Aspirin アスピリン

Aufguss (Sauna) アウフグス

Baumkuchen バウムクーヘン

Bier ビール

Bombe ボンベ

Dämon デーモン

Demagogie デマ

Diesel ディーゼル

Dobermanドーベルマン

Energie エネルギー

Gelände ゲレンデ

Hegemonie ヘゲモニー

Hormon (medizinisch, aber auch auf Speisekarten für Innereien) ホルモン

Ideologie イデオロギー

Karte (Krankenakte) カルテ

Kindergarten キンダーガルテン

Lied リート

Lolita ロリータ

Lorelei ローレライ

Märchen メルヘン

Masochist マゾヒスト

Messe メッセ

Nazi ナチ

Neurose ノイローゼ

Nikotin ニコチン

Operation (med.) オペ

Pest ペスト

Puls プルス

Röntgen レントゲン

Rucksack リュックサック

Sauerkraut ザワークラウト

Schanze シャンツェ

Thema テーマ

These テーゼ

Volkswagen フォルクスワーゲン

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