建国記念の日- Japan Foundation, 11. Feb. (660v.Chr.)

The Day of Foundation is a myth but the holiday is welcome anyway 😉

Schon in alten japanischen Chroniken wie Nihon Shoki 日本書紀 oder Kojiki 古事記, die in kaiserlichem Auftrag seit der Heian-Periode von der Urgeschichte Japans berichten, wurde der erste, legendäre Jimmu-tennō (Göttliche Macht) 神武天皇 wie eine mythische Figur beschrieben, der die Abstammungslinie von der Sonnengöttin Amaterasu-o-mi-kami 天照大御神 begründete (sein eigentlicher Name, wie man in Nihon Shoki lesen kann, war wohl Kami-Yamato Ihare Biko). Er wird als ein Enkel des Ninigi 瓊瓊杵 (ニニギ) vorgestellt, der in dieser Geschichte wiederum ein Enkel der Sonnengöttin war und von dieser nach Japan entsandt worden war, um dort Reis zu pflanzen und zu regieren. Vieles in diesen Werken ist natürlich fiktional und von der kaiserlichen Geschichtsschreibung beeinflusst, wie zum Beispiel der Titelname Jimmu-tennō selbst, dessen Kanji 天皇 nur eine chinesische Lesung haben (die wichtige Literatur der damaligen Zeit ist ohnehin in der Lingua franca dieser Epoche und dieses Erdteils geschrieben, in klassischem Chinesisch also). Jimmu-tennō jedenfalls soll also der Urururenkel der Amaterasu sein und von ihr die Reichs- und Throninsignien Schwert, Krummjuwelen und Spiegel erhalten haben, deren Aussehen, Form und Gestalt bis heute geheim geblieben sind und jeweils von altem zu neuem Tennō beim Thronwechsel zeremoniell übergeben werden (wie erst kürzlich geschehen, da wir uns im Jahre 1 der Reiwa-Epoche befinden … https://t1p.de/p1dt ).

Dies soll also angepasst an den Gregorianischen Kalender geschehen sein am 11. Februar 660 v.Chr. laut einem Erlass des Meiji-tennō aus dem Jahre 1872. Seither wird eben dieser Tag als Gründungstag der japanischen Nation gefeiert – mal mehr, mal weniger nationalistisch (bis zum Ende des Pazifikkrieges wurde dieser Tag auch verstärkt zur Rekrutierung junger Männer genutzt). Aber wie man sich als historisch kritischer Mensch denken kann, ist all dies mythisch und aus den ersten Reichschroniken des 7./8. Jahrhunderts hergeleitet, denn sicherlich gab es im 7. Jahrhundert v.Chr. noch keinen so mächtigen und geeinten japanischen Staat mit einem Tennō an der Spitze und damals wurde ohnehin nach dem Mondkalender gezählt.

Heutzutage gibt es keine großartigen Feierlichkeiten an diesem Tage, hier bei uns in unserem lauschigen Orte Hiratsuka am Pazifik spürt man kaum etwas – außer dass der Postbote nicht kommt, die Ämter geschlossen haben und vor den öffentlichen Gebäuden die japanische Flagge aufgezogen ist (wo sie meistens ohnehin zu sehen ist). Die Beamten erfreuen sich ihres freien Tages, die Leute gehen zum Meer spazieren, surfen oder Rad fahren wie wir; die Natur erblüht, in den Vorgärten sieht man Orangen, auf den sonnigen Anhöhen wagen sich die ersten Blüten des Jahres hinaus aus knorrigem Gehölz und Fujisan steht scheinbar unverrückbar in seiner stolzen Schönheit da, wie er das seit Generationen tut. Die Leute treiben Sport, erfreuen sich ihres Lebens und sorgen sich, was wohl die nähere Zukunft an schlimmeren Herausforderungen noch bringen kann im Angesicht einer von China nach ganz Asien vielleicht übergreifenden Corona-Virus Epidemie, ihrer ökonomischen Folgen und einer bald beginnenden Olympiade in Japan, die mehr und mehr umstritten ist und Premierminister Abe hob in einer traditionellen Ansprache das Erbe der japanischen Vorfahren und den „Ersten Nationalen Tag der Reiwa-Periode“ hervor https://t1p.de/e23z

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